Presseveröffentlichungen

Fernsehauftritte

Meister Don Yon ist am 02. Januar 2018 im Schweizer Fernsehen in der Sendung Gsund im Interview zu sehen.
Hier kommen Sie auf die Website der Sendung.

 

Zeitschriften/Zeitungen

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Taijiquan & Qigong Journal 2/2015


Badische Zeitung, Freitag, 12. Juni 2015


Selbst eine Katze hätte Augen gemacht
Von Martin Pfrommer (Schorndorfer Zeitung) 2005

  Bilder: Steinemann

Bilder: Steinemann

Am Wochenende kamen Tai-Chi-Lernende und -Lehrer teilweise angereist nach Schorndorf, um den Koreaner Don Yön zu sehen und von ihm zu lernen. 

Schorndorf. Der Mann aus dem Breisgau, der für den Naturheilverein Schorndorf nun schon gut fünf Jahre Tai-Chi- und Qi-Gong-Wochenenden anbietet und am Wochenende mal wieder in der Fuchshof-Turnhalle war, hat für einen Ländlesbewohner nicht eben eine Dutzendbiografie. Mit 14 Jahren wurde Don Yön Mönch in einem buddhistischen Zen-Kloster in Korea, wo er in den nächsten 14 Jahren seines Lebens nicht nur das stille Meditieren, sondern auch die „inneren Kampfkünste“ Tai Chi, Qi Gong, Xing Yi und Pa Gua lernte. Heute praktiziert der 43-Jährige diese Disziplinen fast 30 Jahre, ist in Freiburg Lehrer am Tai-Chi-Qi-Gong-Center, von dem aus er in Süddeutschland, Basel und Zürich Kurse gibt.

Doch das sind Äußerlichkeiten. Don Yön verkörpert etwas ganz Seltenes, nämlich die Einheit von Gefühlen, Geist und Körper. Wie anmutig er sich bewegt - selbst eine Katze würde Augen machen! Im Grunde ist es unbeschreiblich gerade in einem Land wie Deutschland, dessen Bewohner zwei Weltkriege in den Knochen haben, mit mannigfaltigsten Verspannungen heimgesucht und schon deshalb offen für Entspannung sind. Don Yön ist also Exot. Seine Bescheidenheit macht ihn nicht klein, seine Präsenz und Leichtigkeit wirken um so mehr. Wie er sich bewegt zwischen den Polen Spannung und Entspannung, ist für normal blockierte Zivilisationsgeschädigte schier unglaublich (die oft überall sind, nur nicht in ihrem Körper).

Sanftester stiller Bewegung des Koreaners folgt unvermittelt die Explosion. Kaum ist sein Fuß auf den Hallenboden geknallt, fließt er schon wieder ruhig und heiter weiter. Da ist keine Trennung mehr zwischen Theorie und Praxis. Der Mann sprüht vor Energie. Er ist angekommen, hat nichts Abgespacetes, Zugedröhntes, keine Zerstreut- und Unsicherheit. Die Bewegung hat etwas Müheloses, zugleich Lustvolles und Königliches.

Das Credo der Arbeit mit Qi, wie im Chinesischen die Lebensenergie bezeichnet wird, ist relativ einfach: Sobald das Gleichgewicht der Energie im Körper gestört ist, wirkt sich dies auf die körperliche und mentale Gesundheit aus. Die einfachen Bewegungen des Qi Gong sind langsam und still, verlangen ein tiefes Atmen ins Becken und lassen es von dort aus in der Vorstellung im ganzen Körper kreisen. Langsam beruhigt sich der Atem von selbst, der Körper wird ruhig, beginnt sich zu entspannen und wohl zu fühlen. Tai Chi ist dynamischer, spannungsreicher, sieht nicht nur das ruhige, friedliche Fließen vor, sondern auch den plötzlichen explosiven Ausdruck der Kraft. Bei Verteidigungsübungen tanzt Don Yön mit der Energie der Gegenüber, lässt geschehen, bis der Moment gekommen ist, die Situation mit wenig Kraftaufwand mit spiralförmiger Bewegung zu bereinigen.

Mit Don Yön zu arbeiten lockte am Samstag und Sonntag gut 20 Leute in die Fuchshofhalle zum Naturheilverein. Besucher auch aus Reutlingen, Baden Baden und Nürtingen sind da. Auch zwei Tai-Chi-Lehrende von der Volkshochschule Schorndorf. Es ist keine leichte Arbeit, denn der Mann wirkt wie ein aufgeklappter Spiegel: Sobald sich bei den Lernenden das Bewusstsein verengt, der Kopf zu denken beginnt, sich vielleicht Begehrlichkeit einschleicht, ein paar Stufen zu überspringen, erlischt die Achtsamkeit aufs Dahinfließen - dann werden Bewegungen rasch hölzern, linkisch. Die ersten vier Stunden sind mitunter ein Schlauch, sind wir doch getrimmt, mit dem Kopf zu lernen. Wo ist die Unbekümmertheit und Offenheit des Kindes, das alles nachahmt, ohne sich Gedanken zu machen? Gut tun das häufige Freiklopfen der Meridiane (Energiebahnen) im Körper und deren Massage. Don Yöns Präsenz gewinnt langsam, aber sicher Raum, und so werden die vier Stunden am Sonntag doch noch zur Genusstour. Schmerzen weichen, kalte Stellen werden warm, Wohlgefühl stellt sich ein, sogar dem Innen-Meniskus am linken Knie, vor dem Wochenende noch mein Sorgenkind, geht’s gut